Historie

Bau der Schwarzwaldbahn

Der Bau der Schwarzwaldbahn zerfiel aus geographischen und technischen Gründen in drei zunächst voneinander unabhängige Teilstücke:

Offenburg – Hausach

Villingen – Singen

Hausach – Villingen (Hauptabschnitt)

Fotos der Originalstrecke

       

Von Hausach an folgt die Linie zunächst der Gutach aufwärts, überschreitet sie auf eiserner
Brücke oberhalb der gleichnamigen Station und beginnt nun mit der Höchststeigung von 1:50
sich Hornberg (384 m) zu nähern. Unmittelbar zuvor machte das breite Reichenbachtal einem
23 m hohen, in Eisenkonstruktion aufgeführten Viadukt mit vier Öffnungen von je 30 m
Lichtweite nötig. Von Hornberg bis Triberg wechselt die Steigung zwischen 1:58 und 1:50;
die Linie bleibt bis zum Glasträger auf dem rechten Gutachufer. Hier überschreitet sie das
Haupttal auf einem 26 mlangen Viadukt, um dann im Niederwasser- Kehrtunnel sich abermals nordwärts zu wenden und in einer großen, etwa 5 km langen Schleife den Eisenberg um- und schließlich zu durchfahren. Beim Kurzbergtunnel erreicht sie das Gutachtal wieder, nun aber
in einer Höhe von 45 m überder Talsohle. Es folgt die Station Triberg
(616 m, Kirche 686 m ü.d.M.).


Nach kurzer Horizontale setzt die Steigung von neuem ein, mit 1:53 etwas geringer als zuvor,
und die zweite, etwa 6 km lange Schleife beginnt, indem mit den beiden Triberger Kehrtunneln
zwischen denen das Nußbachtal oberhalb der Kreuzbrücke überschritten wird, die Linie
wiederum nördliche Richtung gewinnt. In mächtigen, von vielen kleinen Tunnel durchbrochenen Bögen wird
der Seelenwald umfahren, das Gremmelsbacher Tälchen ausgefahren und schließlich mit dem Gremmelsbacher Tunnel die südliche Richtung in Nußbacher Tal wieder erreicht. Hier führt die
Linie ungefähr 100 m über dem Triberger Kehrtunnel unter dem Kopf des sog. Hohnen hindurch,
an dessen Fuß sie kurz zuvor die Steigung begonnen hatte.


     


Dem Blick des Reisenden aus dem Wagenfenster zeigt sich der Bahnkörper im gleichen
Tal dreimal, auf linker Talseite einmal, auf rechter zweimal übereinander, 78 und 150 m über der Talsohle, so dass die Böschung der oberen Linie nahezu die der unteren Linie erreicht.

Station Nussbach (750 m, Kirche 604 m ü.d.M.) bildet eine kurze Unterbrechung der anhaltenden Steigungen, die die Linie noch bis nach Sommerau mit mehreren Tunnels, darunter dem größten, hinaufbegleiten. Von Sommerau an zieht sie mit mäßigem Gefälle von 1: 81 dem Brigachtal
entlang nach Villingen, wo die Verbindung mit der früher eröffneten Villingen – Singener Linie stattfindet.


   


In weiser Voraussicht wurde der Bahnkörper der Strecke Hornberg – St. Georgen sofort für
zwei Gleise hergestellt; das Ausbruchsmaterial aus den Tunnels reichte zur Anschüttung des zweispurigen Bahnkörpers völlig aus, und dass die Tunnels selbst für zwei Gleise hergestellt wurden, nahm man als etwas Selbstverständliches an, denn Opulenz gehörte jahrzentelang gewissermaßen zur Tradition der Badischen Staatseisenbahn.
Beim Bau selbst wurde aber nur ein Gleis, und zwar der größeren Sicherheit halber auf der Bergseite gelegt. Der Ausbau der Doppelspur fand dem gesteigerten Verkehr entsprechend
 später statt; zunächst auf der eigentlichen Gebirgsstrecke, dann auch auf allen übrigen Teilstrecken.

(Quelle: „Die Schwarzwaldbahn“ 
von H.-W. Scharf, Eisenbahn-Kurier)

Landkarte mit Streckenverlauf der Schwarzwaldbahn